1. Mai 2017: Zeit für mehr Gerechtigkeit – Zeit für eine gute Gestaltung der Arbeitswelt

Arbeit & Wirtschaft

Gemeinsam mit den Gewerkschaften für gute Arbeit, mehr Gerechtigkeit und die soziale Gestaltung der Arbeit kämpfen.

Die zentrale Herausforderung der Arbeit der 
Zukunft wird die Digitalisierung der Arbeitswelt
sein. Sie verändert Arbeitsbedingungen und 
Arbeitsbeziehungen. 

Sie rückt neue Anforderungen an Qualifikation 
und Arbeitsinhalte in den Vordergrund. 
Sie eröffnet neue Chancen. Wenn wir sie nutzen, 
werden neue Berufsbilder entstehen, wird die 
Technik den Mensch entlasten und die Verein- 
barkeit von Beruf und Familie einfacher werden. 

Aber auch die Schutzbedürfnisse der Arbeit- 
nehmerinnen und Arbeitnehmer steigen. 
Der wirtschaftliche Wettbewerb verschärft sich 
unter den Bedingungen der Globalisierung, 
Leistungsdruck und Unsicherheiten nehmen zu 
und sind Herausforderung an die soziale 
Gestaltung der Arbeit.

Die Digitalisierung der Arbeit ist in erster Linie 
eine politische Gestaltungsaufgabe. 
Arbeiten 4.0 heißt für uns: 
gesetzliche Rahmenbedingungen, tarifvertragliche 
Regelungen und betriebliche Ausgestaltung 
müssen ineinandergreifen: 
um die Risiken zu minimieren und die vielen 
Chancen zu nutzen. 

Wir wollen sichere und gute Arbeit mit 
einer hohen Tarifbindung!

Wo Tarifverträge gelten, haben die Beschäftigten
bessere Arbeitsbedingungen und höhere Ein-
kommen. 
Die Digitalisierung der Arbeitswelt 
kann nur mit den Gewerkschaften erfolgreich 
gestaltet werden, nicht gegen sie. 

Die Tarifbindung geht jedoch seit vielen Jahren 
zurück. Deshalb hat die SPD die Möglichkeiten 
verbessert, Tarifverträge allgemeinverbindlich 
zu erklären. 
Deshalb haben wir in verschiedenen
Gesetzen erfolgreich Anreize gegeben, die in 
tarifgebundenen Betrieben mehr Flexibilität 
erlauben als in tarifungebundenen Betrieben. 
Flexibilität ist keine Einbahnstraße, schon gar 
nicht zu den alleinigen Lasten der Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitnehmer. Wer Flexibilität
will, muss auch Sicherheit bieten.

Wir setzen diesen Weg fort. Tarifflucht darf sich
nicht lohnen. Wir wollen, dass im Falle der 
Auslagerung von Betrieben oder Betriebsteilen 
bestehende Tarifverträge weiter ihre Gültigkeit 
behalten.

Wir wollen mehr Demokratie im Betrieb!

Die Mitbestimmung in unserem Land hat sich 
bewährt und sie ist Zukunftsmodell. 
Sie ist zentrales Element von Wirtschafts-
demokratie. 
Und nur mit Mitbestimmung auf Augenhöhe 
kann der Wandel zur Arbeitswelt 4.0 erfolgreich
und vor allem menschengerecht gestaltet 
werden. 
Deshalb wollen wir die Mitbestimmung der 
Betriebs- und Personalräte stärken und aus-
bauen. 
Die Behinderung von Betriebsratsarbeit 
ist kein Kavaliersdelikt! 
Menschen, die sich im Betrieb engagieren, 
müssen besser geschützt werden. 

Und ebenso wollen wir ein Initiativrecht der 
Betriebsräte auf die Einführung betrieblicher 
Berufsbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. 

Wir wollen sichere Arbeitsplätze fördern!

Die SPD hat mit der Einführung des gesetzlichen 
Mindestlohns und klaren Regeln für die Leih- 
arbeit wichtige Schritte gegen die Prekarisierung 
der Arbeitswelt eingeleitet. 

Mit dem Lohngerechtigkeitsgesetz gehen wir 
zudem das nicht hinnehmbare Lohngefälle 
zwischen Frauen und Männern an. 

Wir wollen gleichen Lohn für gleiche 
Arbeit! 
CDU und CSU blockieren die Lösung des Problems 
der Befristung vieler Beschäftigungsverhältnisse.
Vor allem junge Menschen sind betroffen. 

Wir wollen, dass die Menschen ihr Leben planen
und Entscheidungen für das Leben treffen können. 
Wir wollen deshalb die sachgrundlose Befristung
von Arbeitsverhältnissen abschaffen.

Wir wollen Qualifizierung stärken und den
Versicherungsschutz verbessern!

Die Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt stellen neue
Anforderungen an die Qualifikation vieler Be-
schäftigter. 
Wir wollen gebührenfreie Bildungschancen von 
der Kita bis zur Uni. 
Wir müssen unsere bewährte duale Ausbildung 
stärken und mehr Durchlässigkeit zwischen 
beruflicher und akademischer Bildung ermög- 
lichen. Und wir wollen immer wieder neue 
Chancen eröffnen. 
Für zukunftsorientierte Arbeitsmarktpolitik be-
deutet das: 
Wir müssen mehr in die Qualifizierung und 
Unterstützung der Menschen investieren, 
die ihren Job verlieren. 
Und wir müssen ihnen mehr Sicherheit geben. 
Denn nur aus einer abgesicherten Position 
heraus ist man auch bereit, Neues zu wagen. 

Deshalb wollen wir ein Recht auf Weiterbildung 
schaffen. Wer sich qualifiziert und seine Job-
chancen erhöht, soll finanziell länger abgesichert 
werden. 

Wir wollen den Menschen mehr selbstbestimmte
Arbeitszeit ermöglichen!

Die Erwartungen und Wünsche der Menschen 
an die Arbeitszeit und an die Familie haben sich
verändert. 
Die Menschen wollen mehr partnerschaftliche 
Aufteilung der Familienaufgaben, mehr Zeit 
für die Familie und mehr Selbstbestimmung 
in der Arbeit. 
Deshalb wollen wir die befristete Teilzeit. 

Mit dem Konzept der Familienarbeitszeit und 
dem Familiengeld wollen wir zudem die partner-
schaftliche Vereinbarkeit von Familie, Pflege und
Beruf gezielt erleichtern. 
Zusätzlich sollen pflegende Angehörige ihre 
Arbeitszeit für bis zu drei Monate reduzieren 
können und in dieser Zeit eine Lohnersatz-
leistung erhalten.

Entschieden gegen die Feinde der Demokratie!

Wir werden nicht zusehen, wie sich die 
Antidemokraten in unserem Land weiter breit 
machen! 
Weder in den Parlamenten noch in der Zivil-
gesellschaft. 
Und erst recht nicht in den Betrieben. 
Den Feinden der Freiheit und der Demokratie 
sagen wir klar: 
ihr habt in der Sozialdemokratie den 
entschiedensten Gegner, den man in unserem 
Land finden kann. 

Gemeinsam mit unseren Gewerkschaften 
antworten wir auch auf diese Kampfansage 
an die Demokratie mit dem diesjährigen Motto
des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai:

Wir sind viele. Wir sind eins.

Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist 
stärker als der Hass.
 
 

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